Amerika-AG

Besuch der Millville Senior High School in Schleswig

Besuch im Landtag

Dass Politik Spaß machen kann, lernten die deutschen und amerikanischen Schüler im Kieler Landtag. Zunächst etwas skeptisch nahmen sie im Plenarsaal an der Förde Platz. Doch nach einem kurzen Theorieteil über das Gebäude waren sie als Politiker gefordert. Zufällig hatten sich die Schüler auf den Plätzen der Landtagsabgeordneten verteilt. Nun entsprach der Sitzplatz ihrer Parteizugehörigkeit für ein kleines Planspiel. „Sollte der Klassenteiler von 30 nach unten geändert werden?“ war das Thema, über das die jungen Angeordneten diskutierten.  Pro- und Contraargumente wurden am Stehpult ausgetauscht und schließlich abgestimmt. Mit sechs Gegenstimmen wurde für kleinere Klassen votiert. Landtagspräsident Fridjof überwachte die Auszählung durch die amerikanischen Schriftführerinnen Cecilia und Makayla. Dann trat Ministerpräsident Luis ans Pult und versprach, das neue Gesetz umzusetzen, wenn er denn genügend Geld habe. „Das hat Spaß gemacht“, so das Resüme der jungen Politiker. Zum Abschluss gab es noch ein Gespräch bei der Schleswiger Landtagsabgeordneten Birthe Pauls über aktuelle Themen in der Schleistadt. Ein Spaziergang entlang der Kiellinie und eine kleine Shoppingtour rundeten den Besuch in der Landeshauptstadt ab.

Segeltörn über die Schlei

Etwas gemeinsam machen, das ist bei einem Austausch das Schönste. Und wenn man dann noch viel Spaß hat, begeistert es alle – so bei einem kleinen Segeltörn auf dem Boot der Bruno-Lorenzen-Schule. Lehrerin Suzanne Willim nahm die deutsch-amerikanische Crew mit auf einen Törn auf der Schlei. Nachdem die Segel gesetzt waren, kreuzten die Mädchen bis zur großen Breite. Auf Deutsch und Englisch waren die Kommandos, damit das kleine Schiff auf Kurs blieb. Cheyanna als erfahrene Seglerin übernahm das Steuern, Leni das Kartenlesen, die übrigen lösten und zogen die Leinen. Und bei ordentlich Wind sauste das Boot auch schnell über die Wellen. Nach anderthalb Stunden ging es dann zurück in den Hafen. Ein tolle Tour!

Bei den Wikingern

Dass die Wikinger schon vor Kolumbus in Amerika waren, das wussten nur wenige der amerikanischen Gäste. Bei ihnen wird „Columbus Day“ gefeiert, Wikinger kennen sie eher aus Filmen. Das änderte sich am fünften Tag des Austausches: Haithabu stand auf dem Programm. Neben einer Rallye durch das Museum und die rekonstruierten Häuser gab es einen Workshop, den die Eltern einer teilnehmenden Schülerin leiteten.  Olivier und Bettina Mücke, natürlich in Wikingerkleidung gewandet, sind Experten für die Nordmänner und vermittelten mit viel Engagement Wissen zu den Bewohnern Haithabus. Unter ihrer Leitung lernten die deutschen und amerikanischen Schüler, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht und Äxte wirft. Die zwei Stunden machten allen viel Spaß und manch einer entdeckte ein neues Talent.

Während auf der Wiese mit nachgebauten frühmittelalterlichen Waffen geübt wurde, donnerten über die Köpfe moderne Kampfjets der Bundeswehr. Denn ausgerechnet an diesem Tag fand ein Manöver in Jagel statt. Doch auch die tieffliegenden Jets fanden viel Interesse. Zum Schluss kaufte der ein oder andere noch einen Thorshammer oder Lederbeutel als Andenken an einen spannenden Tag über die eigentlichen Entdecker Amerikas.

Hamburg entdecken

Hamburg entdecken – das stand auf dem sechsten Tag des Austausches auf dem Programm. Mit dem Zug ging es in die Großstadt. Erster Stopp: Elbphilharmonie. Zweieinhalb Minuten dauerte die Fahrt mit der 82 Meter langen Rolltreppe, der sogenannten Tube, die die Besucher auf die öffentliche Plaza in 37 Metern Höhe führt. Diese zweispurige, konvex gebogene Rolltreppe ist die längste Rolltreppe Westeuropas und die weltweit einzige, die einen Bogen beschreibt. Viele Fotos wurden gemacht, um die besondere Fahrt festzuhalten.

In einer Höhe von 26 Metern gab es dann einen herrlichen Blick frei auf die Elbe stromabwärts, auf die Landungsbrücken, den Hamburger Michel und den Containerhafen. Auch hier wurde wieder das Handy gezückt, um allein oder in Gruppen den Moment festzuhalten.

Von der Elphi spazierte die Gruppe am Hafen entlang zu den Landungsbrücken. Dort ging es aufs Schiff. Mit Elbfähre fuhren die Schüler bei schönstem Sonnenschein nach Finkenwerder und zurück. Unterwegs gab es die großen Containerschiffe zu bestaunen. Dann ein Fischbrötchen als Mittagessen und eine kleine Shoppingtour durch die Innenstadt. Und – oh Wunder – ohne Verspätung kamen alle mit dem Zug pünktlich wieder in Schleswig an.

In der Schule

Nicht nur Ausflüge und Aktionen sollen die Amerikaner erleben, sondern auch den Schulalltag an der Bruno kennenlernen. Fast jeden Tag nehmen die deutschen Schüler ihre Partner mit in den Unterricht. Anders als in den USA ist in Deutschland der Stundenplan jeden Tag anders. So erlebten die Amerikaner sehr viele verschiedene Fächer und Lehrer.

Auch die amerikanischen Lehrer Mrs Bradshaw und Mr Gant nehmen am Unterricht teil. Bei Bili-,  Englisch- und Daz-Stunden schauten sie vorbei und bereicherten den Unterricht. Besonders in der 7a wurde Mr Gant förmlich mit Fragen bombardiert. Zum Beispiel wollten die Schüler wissen, ob man in den USA eine Schuluniform trägt (nein). Erstaunt waren sie, dass Mr Gant nur ein Fach unterrichtet, nicht zwei oder drei wie deutsche Lehrer. Und was alle gerne in der Bruno hätten, sind Lockers, also Schließfächer, wie an der High School.

Besondere Freude bei drei Schülern – sie durften mit bei Frau Schauer in den Orchesterunterricht. Schnell fanden sich für Keith, Ella und Link eine Trompete, ein Saxophon und eine Klarinette. So konnten sie bei der Probe der 5b mitmachen. Und ernteten von den Fünftklässlern viel Anerkennung, dass die „Großen“ gleich vom Blatt die Lieder mitspielen konnten. Auch stellten sie ihnen viele Fragen zum Leben in Amerika, die sie geduldig beantworteten.

Dass Musik verbindet, zeigte sich dann am Ende des Vormittags: Ella und Link spielten bei der Zeugnisfeier für die Abschlussschüler spontan mit. Schnell ein blaues Bläser-Shirt über und schon waren sie Teil der 7b, die das Fest musikalisch gestaltete. So schnell kann man ein Bruno werden.

Nachtrag: Unser letztes Highlight – drei Tage New York

Drei Tage New York, da kommt man einfach nicht zum Schreiben. Drei Tage eroberten wir den „Big Apple“ und genossen jede Minute in der Megacity.

Am Morgen zunächst schwerer Abschied von den Gastfamilien. So gut hatten sich alle verstanden. Alle Schüler erhalten eine Einladung, jederzeit wieder kommen zu dürfen. Und ein Teil unseres Reiseteams liebäugelt mit dem Gedanken, im kommenden Jahr nach dem Abschluss für länger in die USA zu gehen – natürlich am liebsten in Millville.

Dann fahren wir zunächst per Bus nach Hamilton. Hier, etwa anderthalb Stunden entfernt, befindet sich der nächste Bahnhof (der öffentliche Nahverkehr lässt in New Jersey etwas zu wünschen offen). Dort steht auf den Schildern: „Trains to New York“. Ein Traum wird wahr.

Im super vollen Zug (man könnte angesichts des Interesses also wirklich den Nahverkehr ausbauen) fahren wir gen Norden. Eine Stunde später taucht plötzlich die Skyline von New York auf. Begeisterung macht sich breit.

Nachdem wir unsere Koffer im Hotel lassen konnten, beginnt unsere Stadteroberung. Zunächst geht es per Fuß zum Flatiron Building. Um uns herum sehen wir die berühmten gelben Taxis, die „One Way“ Schilder, tausende von Menschen und hohe, sehr hohe Häuser. Es ist laut, trubelig und einfach mega.

Neben dem Flatiron Building befindet sich der Harry Potter Shop New York. Ein Muss für uns. Auch die Teammitglieder, die nicht für Hogwarts schwärmen, sind begeistert. Auf zwei Etagen tauchen wir in eine magische Welt ein. Man muss es einfach erleben. Posieren mit Hagrid, Regalwände voller Zauberstäbe, Eulen überall. Mit vollgepackten Tüten machen wir nach einer Stunde erstmal bei Butterbier (alkoholfrei!), Kaffee und einem Harry-Potter-Geburtstagskuchen für Leni Pause.

Dann geht es weiter mit der silbernen Subway rüber nach Brooklyn. Dort steigen wir in Dumbo aus und machen wie gefühlt hunderttausend andere Touristen auch unsere Bilder mit den berühmten zwei Brücken, die den East River überspannen. Und wieder fällt uns nur ein Wort ein – MEGA.

Weiter geht’s. Zum Time Square. Hier blinkt uns überall die Leuchtreklame an, in den Giftshops und im M&M Laden kaufen wir Souvenirs und essen erstmal was. Unser Spaziergang führt uns dann zur Grand-Central-Station, deren Eleganz uns alle überwältigt. Am Rockefeller Center gibt es Freizeit, schließlich wollen unsere Dollars in den Geschäften drumherum ausgegeben werden.

Höhepunkt am Abend: Harry Potter live auf der Bühne am Broadway. Kulisse, Show, Kostüme – Mega, mega, mega. Leider auch die Preise für Getränke und Souvenirs in der Pause.

Unser erster Tag in New York – einfach überwältigend!

Tag 2: Los geht es mit dem Natural History Museum am Central Park. Sonst wollen Schüler meistens schnell aus einem Museum wieder raus, hier fordern sie Verlängerung. Zweieinhalb Stunden bestaunen wir Dinosaurier-Skelette und Blauwale, entspannen bei einer Show im Planetarium und entdecken die Natur auf allen Kontinenten.

Dann das nächste Highlight: Circle Cruise rund um Manhattan. Bei schönstem Wetter fahren wir den Hudson River entlang, machen ein Foto nach dem nächsten von den vielen Wolkenkratzern. Und dann kommt sie in Sicht: Lady Liberty. Ganz klein wirkt sie neben den riesigen Gebäuden in Manhattan. Auch hier wieder ein Foto nach dem anderen. Weiter geht die Fahrt den East River hinauf, unter der uns nun schon bekannten Manhattan Bridge und Brooklyn Bridge hindurch. Dann zurück, an Ellis Island vorbei. Ein Moment erinnern wir uns an unser Auswanderer-Projekt im vergangenen Schuljahr, das wir gemeinsam mit der Millville Senior High School gemacht hatten.

Anschließend fahren wir im Bus downtown. Ein Besuch im 9/11 Memorial steht an. Gerade noch vergnügte Schüler werden ernst. Denn hier wird sehr anschaulich und emotional die Geschichte von dem Terroranschlag am 11. September 2001 auf das World Trade Center erzählt. Bestürzt sehen wir Filme, Bilder, Überbleibsel dieser schrecklichen Tat an eben diesem Ort.

Als Kontrastprogramm geht es weiter ins Occulus, dem neu errichteten riesigen Konsumtempel genau neben dem Memorial. Der Bau ähnelt einer Kathedrale, doch präsentieren sich hier Apple und Co. Und damit nicht genug: Zum Abschluss des Tages fahren wir 70 Etagen bzw 259 Meter hinauf in den Himmel. Vom „Top of the Rock“ genießen wir den Blick auf die Lichter der Großstadt. Mehr mega geht eigentlich nicht.

Tag 3 – unser letzter in New York und letzter in den USA. Anscheinend weiß das auch das Wetter – es regnet in Strömen! Der Himmel weint, weil wir nach Hause müssen. Nach fast drei Wochen nur Sonnenschein und Sommertemperaturen trifft uns das hart. Vor allem, weil wir am Vormittag einen Besuch des Empire State Buildings auf dem Programm haben. Nochmal höher steigen wir in den Himmel hinauf, 86 Etagen. Diesmal sehen wir im grauen Tageslicht die Häuserschluchten, die mit dem Lineal gezogenen Straßen und auch unsere kleine Freiheitsstatue lässt sich am Horizont erahnen.

Dann ein letztes Mal noch Shopping und Kaffee bei Starbucks, und wir müssen Richtung Flughafen aufbrechen. Das letzte Stück fahren wir im Airtrain, einer Magnetschwebebahn, zum Terminal. Es fühlt sich an wie eine kleine Achterbahnfahrt. Dann fliegen wir im Airbus 340 mit fast 500 Passagieren nach München. Die Nacht ist unbequem und lang. Umsteigen in München in 30 Minuten. Wir sind mal die letzten in der Maschine nach Hamburg. Während wir noch in den Flieger kommen, haben es unsere Koffer nicht geschafft. Lange Gesichter am Gepäckband. Zum Glück werden sie eine Maschine später nachgeliefert. Allerdings heißt das für uns drei Stunden Warten am Flughafen. Doch ist dies das Einzige, was während unserer Reise wirklich schief geht.

Während der Busfahrt nach Schleswig schlafen alle. Schließlich sind wir schon 28 Stunden auf den Beinen und das Ruhen im Flugzeug kann man bei den wenigsten als Nachtruhe bezeichnen. Dann fahren mit lautem Hupen auf den Parkplatz an der Schwimmhalle. Eltern stehen mit Schildern und Fahnen bereit, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Glücklich fallen sich alle in die Arme und werden nun die Ferien genießen.

Es war eine wunderbare Reise. Hoffentlich wird der Gegenbesuch genauso erfolgreich. Und in zwei Jahren wollen wir wieder nach Millville! Go, Bruno, go!

Goodbye Millville – Willkommen in Schleswig

Zu einem großen Farewell-Dinner waren wir an unserem letzten Abend in Millville eingeladen. Alle Partner samt Eltern und Geschwistern kamen um „goodbye“ zu sagen. Auch die Schulleiterin Mrs Sutton kam extra, um uns zu verabschieden.

Bei einem leckeren Essen nach Thanksgiving-Art tauschten sich noch einmal alle über die vergangenen zwei Wochen aus. Und alle – ob Schüler, Gasteltern oder Lehrer – waren sich einig, dass der erste Austausch zwischen der Millville Senior High School und der Bruno-Lorenzen-Schule ein voller Erfolg war und der Beginn einer großartigen Freundschaft ist. Alle freuen sich auf den Gegenbesuch der Amerikaner im Juli 2024 in Schleswig. Dann werden wir alle herzlich willkommen heißen und die „Thunderbolts“ werden Brunos werden.

Besuch in der Grundschule

An unserem letzten Tag in Millville konnte ich gemeinsam mit Frau Jung und Frau Winterscheidt eine Grundschule in der Stadt besuchen. Denn dort unterrichtet die Frau unseres Austauschlehrers. Mrs Gant gab uns die Chance, bei ihr ein Tag mitzulaufen und so das Leben an einer Grundschule in den USA anzuschauen.

Etwa 230 Schülerinnen und Schüler besuchen diese Grundschule, zu der auch eine Vorschule gehört. Es gab viele verschiedene und wunderschöne gestaltete Klassenräume. Außerdem gab es eine Turnhalle, in der sich auf der Längsseite auch eine große Theaterbühne befindet.

Die Lehrer waren alle so freundlich und haben uns vieles erzählt und alle haben sich so gefreut, dass wir aus Deutschland zu ihnen gekommen sind.

Am Ende gab es noch ein ganz typisches amerikanisches Essen zum Mittag – Tomato soup with grilled sandwich.

Während des Vormittags besuchten wir verschiedene Klassen. Zum Beispiel waren wir in der Vorschule und haben beim Lernen von Buchstaben zugeschaut. Auch in zwei Matheklassen durften wir dabei sein. Ein Unterschied zu deutschen Schulen war hier, dass die Schüler nicht in Hefte schrieben, sondern auf weißem Papier oder auf Folien, die anschließend abgewischt wurden. Es war ein toller und sehr eindrucksvoller Besuch.

Von Laura

Spaß bei der Poolparty

Ein Höhepunkt während unseres Austauschs war eine Poolparty, zu der alle Austauschschüler der Bruno-Lorenzen-Schule eingeladen waren. Anlass für die Feier war der Geburtstag von Fynns Austauschschüler Bailey, der 16 Jahre alt wurde.

Viele Gäste kamen und haben sich reichlich amüsiert. Es gab leckere selbstgemachte Burger. Der riesige Pool war angenehm warm. Es gab auch ein kleines Sprungbrett. Außerdem befand sich im Pool eine große Matte, von der wir uns gegenseitig runtergeschubst haben. Zudem stand im Garten ein Trampolin.

Es war ein super Abend. Vielen Dank an die Gasteltern von Fynn, die uns dazu eingeladen hatten.

Von Duncan, 10c

Freundschaft statt Feindschaft

Der letzte Tag in Millville. Er startet mit einem Besuch im Air Field Museum. Dort, wo im Zweiten Weltkrieg amerikanische Kampfpiloten trainiert wurden, erleben wir deutsch-amerikanische Freundschaft zwischen alten Nazi-Uniformen, Modellen von Kampfjets und anderen Relikten aus einer Zeit, als unsere beiden Länder Feinde waren.

Das Museum befindet sich in einer ehemaligen Baracke auf dem ersten Flughafen, der zum Schutz gegen deutsche Angriffe an der Ostküste gebaut wurde. Es ist ein riesiges Gelände. Groß war damals die Angst vor „U-Boats“ wie die deutschen U-Boote hier genannt werden. Doch nie wurde eins vor der Küste gesichtet. Übrig geblieben aus diesem schrecklichen Krieg sind nur alte Panzer, Jeeps und Flugzeuge, die nun auf dem Museumsgelände stehen. An den Wänden der Baracken sind Gemälde der Helden von damals.

Bei einer Führung lernen unsere Schüler, dass hier der Ursprung der „Thunderbolts“ ist. Dieser Flugzeugtyp wurde eingesetzt, um Bomber bei ihrem Einsatz gegen deutsche Städte vor Angriffen zu schützen. Die wendigen Jets flogen gemeinsam mit den schweren Bombern und wehrten Messerschmitt-Maschinen ab. Ein riesiger Motor aus der amerikanischen Maschine zeugt von enormer Geschwindigkeit. Wie gut, dass die heutigen „Thunderbolts“ nur auf dem Sportplatz ihre Kämpfe austragen.

Interessant war zu erfahren, welchen Trick man anwendete, damit der Feind keine Befehle entschlüsseln konnte: Es wurden Native Americans eingesetzt, die in der Navajo-Sprache über Funk miteinander kommunizierten. Das konnte kein Deutscher und kein Japaner übersetzen. Diese Außerdem dürfen alle in einem Simulator Platz nehmen. Hier drin trainierten früher Piloten für den Einsatz.

In Millville heben heute viele Privatmaschinen ab. Die Zeit des Militärs ist vorbei. Aus Deutschland kommen heute und hoffentlich auch in Zukunft nur noch Freunde wie wir.

Unterricht in vier „Blocks“

Um 7:30 beginnt der Schulbetrieb an der Millville Senior High School. Zunächst hört man ein durchdringendes Piepen. Dann spielt 90 Sekunden lang ein Lied. Wer in dieser Zeit noch nicht in seinem Klassenraum ist, muss sich nun beeilen. Wer nach dem letzten Ton erscheint, bekommt Ärger, weil er nicht rechtzeitig zum Unterricht ist. Nach diesem Lied ertönt ein zweiter Piepton, der den Unterrichtsbeginn ankündigt. Die Räume „gehören“ den Lehrern, die Schüler haben jede Stunde in einem anderen Klassenzimmer. Wer möchte, kann seine Schulsachen in „Lockern“ ablegen.

Anschließend spricht dann ein Lehrer den Pledge of Allegiance, das Treuegelöbnis gegenüber der Nation und der Flagge der USA. Alle Schüler legen ihre Hand aufs Herz und gucken zur Flagge, die in jedem Raum der Schule hängt.

Insgesamt haben die amerikanischen Schüler vier „Blocks“ an einem Tag. Jede Einheit dauert jeweils 83 Minuten. Die „Blocks“ wiederholen sich jeden Tag und das für ein halbes Jahr. Wenn das halbe Jahr vorbei ist, können die andere Fächer wählen, wieder für ein halbes Jahr. Nur Englisch ist immer verpflichtend.

Ich habe in diesen zwei Wochen mit meinem Austauschpartner Gym (Sport), Englisch, Geschichte und Physik besucht. Die Schule endet um 14:15. Zwischendurch haben die Schüler eine bestimmte „lunchzeit“, in der sie Mittag essen können und beieinandersitzen können. Diese ist ca. 20 Minuten lang. Nach diesen 20 Minuten ertönt eine Trillerpfeife. Dann stehen alle auf und gehen in den Unterricht zurück.  Der Lunch findet in vier zeitlich versetzten Gruppen statt, damit es kein Gedränge und Stau gibt.  

Um 14:15 ist dann Schulschluss, und die Schulbusse warten vor der Schule. Jeder einzelne Schulbus fährt in eine bestimmte Ecke und lässt die Kinder vor der Haustür raus.

Lilith, 10b

Unterwegs mit der Familie

Das Familienleben in den USA ist definitiv anders als in Deutschland, und das sogar in vielen verschiedenen Aspekten. In unseren Familien achten wir darauf, möglichst oft miteinander zu essen. Hier ist es jedoch so, dass die meisten Familien gar keine Zeit haben, miteinander zu essen. Hier in meiner Gastfamilie ist es so, dass wir erst um 16.30 Uhr nach Hause kommen, da die Schule hier bis 14.15 Uhr geht, und Emily danach noch Fußball-Training hat. Da wird es schon mal schwierig, zusammen etwas zu unternehmen, vor allem wenn man dann noch Hausaufgaben machen muss.

Dazu kommt noch die Zeit, die man als Familie verbringt. Natürlich versucht man so viel Zeit wie möglich, mit der Familie zu verbringen. Dies gelingt jedoch nicht immer. Wenn man, so wie Emily zum Beispiel, Fußball spielt, in der Marching Band ist und noch viele Hausaufgaben auf hat, kann es schonmal stressig werden. Außerdem ist es natürlich auch so, dass viele Teenager gerne mal Zeit für sich haben wollen oder sich mit ihren Freunden treffen wollen. Dafür hat man dann die Wochenenden und Feiertage bzw Ferien.

Positive Aspekte sind jedoch, dass man, durch die langen Sommerferien natürlich viel Zeit hat etwas mit der Familie zu unternehmen. Oder man fährt, so wie wir, an einem Wochenende mal einfach drei Bundesstaaten (von New Jersey nach Connecticut) weiter. Dafür nimmt man natürlich eine gewisse Fahrzeit in Kauf, doch die war unser Ausflug aber auf jeden Fall wert.

Eine andere tolle Sache ist, dass die Läden hier auch sonntags aufhaben. Man kann also ganz gemütlich sonntags ein bisschen shoppen gehen oder Lebensmittel einkaufen, wenn man dafür in der Woche keine Zeit hatte.

Im Großen und Ganzen unterscheiden sich Deutschland und die USA, was jedoch nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Es ist für uns persönlich also ein bisschen komisch, wenn sich die Familie zum Abendbrot nicht an einen Tisch setzt, was für sie ganz normal ist.

Lara und Christina, 10b

Cheerleading, Softball, Marching Band – was machen amerikanische Schüler am Nachmittag?

Die Freizeitaktivitäten in Amerika sind jeden Tag unterschiedlich. Weil die Schülerinnen und Schüler einen bereits langen Schultag hinter sich haben, da die Schule bis 14.15 Uhr geht, und einige Schülerinnen und Schüler danach noch lange mit dem Bus nach Hause fahren müssen, bleibt oft nicht viel vom Tag übrig.

In der Woche gehen die meisten Schülerinnen und Schüler nach der Schule direkt nach Hause und entspannen dort. Allerdings haben sie aber auch Hausaufgaben auf, die sie erledigen müssen, oder Tests vor sich, für die sie lernen müssen. 

Zusätzlich verbringen einige Schülerinnen und Schüler ihre Zeit mit Nachmittagskursen (besonders Sport) wie z.B. Cheerleading, Football, Softball, Tennis oder Lacrosse. 

Dafür ist am Wochenende viel Zeit für Freunde und Freizeit! Oft gehen die Amerikaner zu Sportveranstaltungen. Jedoch gibt es in Amerika auch andere Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen, wie z.B. mit seinen Freunden ausgehen, shopping oder der Besuch von Freizeitparks. Manchmal aber bleiben sie zu Hause und genießen ihre Zeit mit deren Eltern.

In den zwei Wochen, die ich in Amerika als Austauschschülerin gelebt habe, habe ich meistens meine Freizeit mit Sightseeing verbracht.  An zwei Tagen haben wir sogar mit allen amerikanischen und deutschen Austauschschülern Ausflüge nach Washington D.C. und Philadelphia gemacht! 

Außerdem haben wir mit den Gastfamilien verschiedene Ausflüge gemacht. Wir waren z.B. in einem Zoo, auf einem Festival und auf der Promenade am Strand.

Jonna und Helin, 10b

Ein toller Tag in D.C.

Etwa drei Stunden dauert die Fahrt nach Washington D.C.. Es hat sich etwas gezogen, aber die lange Anreise hat sich gelohnt. Als wir aus dem Bus ausgestiegen sind, waren wir direkt am Capitol. Es war sehr beeindruckend, das Gebäude in Echt zu sehen. Danach sind wir ein Stück gelaufen, bis wir am National American History Museum waren. Dort haben wir uns eine spannende Ausstellung über verschiedene Teile der amerikanischen Geschichte angesehen.

Nachdem wir die Ausstellung angesehen haben, gab es Lunch. Doch nicht im Restaurant, sondern bei einem Foodtruck. Diese stehen dort an vielen Straße und bieten eine große Auswahl zwischen verschiedenen Arten des amerikanischen Fast Food. Die meisten haben sich dann für Pommes oder Burger entschieden.

Nach dem Lunch konnte sich jeder Schüler, je nach Interesse, ein zweites Museum aussuchen, das wir dann in Gruppen besichtigt haben. Die meisten haben sich für die National Gallery of Art oder das Air and Space Museum entschieden. Das Wetter war super, wir hatten den Tag um die 30°C.

Nach unserer zweiten Besichtigung ging es nach einem kleinen Fußmarsch zum Weißen Haus. Dort wurden erstmal Fotos gemacht. Ein Katzensprung entfernt ist das Washington Memorial, an dem wieder Fotos gemacht wurden.

Dann ging es weiter zum Lincoln Memorial. Dort wurden wir dann nach einem langen, warmen Tag vom Bus abgeholt und zurück nach Millville gefahren.

von Laura und Nina

Unterwegs in Philly

Schon zwei Tage nach dem Besuch in Washington geht es für uns nach Philadelphia. Dafür holt uns ein Bus wieder um 8 Uhr vor der Schule ab und fährt uns in 45 min nach Philadelphia.

Unser erster Stopp ist die Liberty Bell. Doch bevor wir zur Liberty Bell kommen, müssen alle durch eine Sicherheitskontrolle, weil diese Glocke eine bedeutende und weltbekannte Sehenswürdigkeit in Philadelphia ist, da sie anlässlich der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776 geläutet wurde. Zusätzlich gucken wir uns ein kleines Museum über die Liberty Bell an.

Nachdem alle ein Foto dieser eindrucksvollen Glocke gemacht haben, geht es für uns in die älteste amerikanische Münzprägestätte, die United States Mint. Auf Grund eines Verbots, können wir leider keine Bilder vom Inneren der Münzprägestätte machen, jedoch ist es sehr beeindruckend, einen kleinen Einblick in die Herstellung eines Pennys zu bekommen.

Hungrig nach all den Informationen bekommen alle eine einstündige Mittagspause.

Um 11:30 geht es für uns in die 300 Jahre alte Independence Hall. In diesem imposanten Gebäude, in dem die Unabhängigkeitserklärung als auch die US-Verfassung unterschreiben wurden, bekommen wir eine 25minütige sehr interessante Führung.

Nach dieser historischen Sehenswürdigkeit bekommen, wir Schüler aber auch Lehrer, 1,5 Stunden Freizeit, in der wir shoppen und essen gehen können, aber auch noch ein bisschen von der gigantischen Stadt bestaunen können.

Nach diesem beindruckenden und schönen Tag in Philadelphia holt uns der Bus wieder ab und fährt uns zurück nach Millville.

Von Amelie und Leni, 10b

Kunstvolle Glasherstellung

Millville sehr berühmt für die Glasherstellung. Daher findet alljährlich das Festival of Fine Craft statt. Wir hatten Glück, dass dieser Kunsthandwerkermarkt an diesem Wochenende stattfand und viele von uns mit ihren Gasteltern das Event besuchten.

Bei diesem Festival stellen verschiedene Künstler ihre Produkte aus, welche meist aus Glas sind. Beispielsweise konnte man sich zu dieser Jahreszeit passend ganz viele Kürbisse aus Glas  angucken, welche sich alle in ihrer Größe und Farbe unterscheiden. Einige Künstler arbeiteten vor Publikum, so dass man sehen konnte, wie eigentlich die Kunstwerke entstehen. Ebenso wurde dort sehr viel Schmuck präsentiert.

Wer wollte, konnte auch das auf dem Gelände befindliche Museum of American Glass besuchen. Dort wird die Geschichte der Glasherstellung gezeigt. Und man kann viele alte und neue Objekte von Glaskünstlern bewundern.

Passend dazu hatten wir uns vor dem Austausch in unserer Amerika AG mit der Glasherstellung von Wikingern beschäftigt. Dafür besuchten wir das Museum in Haithabu stellten nach alten Wikingermustern selbst Perlen aus Fimo her.

Ich finde das Festival of Fine Craft hat einen sehr guten Einblick gegeben, wie und was alles aus Glas hergestellt werden kann.

Amelie, 10b

Sport an der High School

Hallo, ich bin Tjark und ich nehme gerade an dem Austausch nach Amerika teil. Ich möchte euch nun erzählen, wie auf einer High School in den USA ein Sportevent abläuft.

Dafür habe ich ein Footballspiel besucht von den Thunderbolts. So heißt die Mannschaft der High School in Millville.

In der Schule wird man direkt am Morgen aufmerksam darauf, dass am Abend ein Spiel stattfindet. Die Schüler laufen mit Trikots durch die Schule und sind alle gut gelaunt! Selbst die Lehrer tragen Trikots von ihrer Schule!

Angekommen am Stadion ist viel Organisatorisches zu tun. Hier sind die Lehrer beteiligt. Sie führen Einlasskontrollen durch, verkaufen Lose und sorgen als Trainer dafür, dass ihr Team alles gibt!

Aber auch viele Schüler beteiligen sich an dem Event. Nicht nur, dass sie zahlreich erschienen sind, sondern auch als Aktive. Die Cheerleader sorgen für gute Stimmung mit Tanz und Gesang. Die Marchingband führt in der Halbzeitpause eine große Show auf.

Der tolle Abend und das gute Spiel beider Mannschaften wurde dann mit einem Sieg für die Millville High School mit 26:3 abgerundet!

Meine eigene Meinung über so ein Schulsportevent ist eindeutig, Ich finde es super, wenn wir so was auch in Deutschland hätten – Schulmannschaften, die gegen andere Schulen antreten, Lehrer, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen, dass so was stattfinden kann und viele Schüler, die zu einem großen Event beitragen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sowas auch in Deutschland funktionieren könnte, allerdings bräuchte es viel Zeit und Engagement.

Really spooky!

„Trick or Treat“ heißt es an Halloween an vielen Haustüren in den USA. Schon jetzt stimmen sich die meisten Amerikaner darauf ein. Vor vielen Häusern stehen gruselige Gestalten. In den Geschäften gibt es Berge von Pumpkin-Süßigkeiten zu kaufen. An Ständen stehen Kürbisse in allen erdenklichen orangen Schattierungen und Größen zum Verkauf. Viele Menschen tragen Pullis mit Geistern, Hexen oder Skeletten drauf.

Hier erleben wir ganz viel amerikanische Kultur. Wenn Halloween dann am 1. November vorbei ist, bereiten sich die Familien auf Thanksgiving vor. Das ist das große Familienfest. Und dann steht auch schon Weihnachten vor der Tür. Auch dafür kann man in den Geschäften schon viele bunte Anhänger, Girlanden, Figuren usw kaufen.

In manch einem Koffer von uns ist schon ein kleiner Grinch, Kürbis oder Skelett verstaut.

Friedliche Thunderbolts

Ein weiterer Schultag. Inzwischen fühlen sich alle als „Millville Thunderbolts“. Der Name stammt übrigens von den Flugzeugen, die im Zweiten Weltkrieg hier stationiert waren. In Millville wurde der erste große Militärflughafen gebaut zur Verteidigung gegen die Deutschen. Heute ist dort ein Museum, das wir noch besuchen werden. Von der ehemaligen Feindschaft ist zum Glück nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil.

Die Aktion „Rent a German“ läuft super. Inzwischen haben alle ihre Vorträge gehalten, aber es gibt immer neue Anfragen von Lehrern. Es hat sich rumgesprochen, dass unsere Schüler „a really good job“ machen. Unser Deutschkollegen hoffen, dass dies dem Wahlverhalten ein Schub gibt und mehr ihrer Schüler Deutsch als zweite Fremdsprache aussuchen.

Am Nachmittag steht bei vielen amerikanischen Schülern wieder Sport auf dem Programm. Softball, Baseball, Football – das sind die Hauptsportarten hier in Millville. Und wer nicht selbst aktiv ist, schaut Spiele live oder im Fernsehen. Für drei unserer Fußballbegeisterten Schüler hat Mr Gant eine Überraschung: Sie dürfen ihn zu einem Spiel der Philadelphia Union begleiten. Die Mannschaft spielt in der ersten Liga der östlichen Staaten. Und natürlich, wenn unsere Schüler dabei sind, gewinnen sie auch.

„Da fährt der Präsident!“

Während in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit gefeiert wird, ist der 3. Oktober in den USA ein ganz normaler Schultag. Für uns aber ist es trotzdem ein besonderer Tag: Wir machen unseren ersten Field Trip nach Washington DC. Gemeinsam mit den amerikanischen Partnern fahren wir in die drei Stunden entfernte Hauptstadt der USA.

Dort ist der erste Fotostopp ein Gruppenbild vor dem Capitol. Blauer Himmel, 29 Grad Celsius. Schöner kann der Hintergrund nicht sein. Anschließend besuchen wir verschiedene Museen, eins größer und imposanter als das andere.

Anschließend treffen wir uns zu einer kleinen Eis- und Bubbletea-Pause. Plötzlich rasen an uns Motorräder mit Blaulicht, schwarze Limousinen und zahlreiche Polizeiwagen vorbei. An zwei Autos sind Fähnchen befestigt. Und Mr Gant meint: „Da fährt der Präsident!“ Wir können es kaum glauben. Da fuhr doch Mr Biden direkt an uns vorbei! Wow!

Eine Einladung zum Tee ins Weiße Haus bekommen wir dann zwar nicht, doch auch von außen sieht das Gebäude imposant aus. Im Garten des Weißen Hauses steht direkt in unserem Blickfeld ein struppiger Tannenbaum. Ist das etwa der National Christmas Tree? Zum Glück ist er es dann nicht, der amerikanische Weihnachtsbaum steht auf einem Rasenstück gegenüber. Doch auf unseren Bildern vom Weißen Haus ist vor allem der etwas armselig wirkende Baum zu sehen.

Nächster Stopp: German-American Friendship Garden. Auch hier muss natürlich ein Foto gemacht werden. Am Lincoln Memorial holt uns dann der Bus wieder ab. Ziemlich erschöpft nach 7,4 Meilen Fußweg geht’s dann wieder zurück nach Millville.

„You did a great job!“

Montag, 7.30 Uhr: Die Schultüren werden geöffnet, hunderte von Schülern strömen in die Gänge, ein Security-Guard passt auf, dass es kein Geschubse gibt. Um 7.40 Uhr beginnt der erste Block – für die Brunos in Raum A208. Hier werden sie von ihren deutschen Lehrerinnen Frau Winterscheidt und Frau Jung gespannt erwartet. Denn am Wochenende waren alle in ihren Gastfamilien. Und das mit großer Begeisterung: In einer Erzählrunde berichten die USA-Reisenden von ihren Erlebnissen. Ob Verwandtenbesuch in Connecticut, Strandtag am Atlantik, Poolparty, Bowling und Kletterpark – jede Gastfamilie hatte etwas geplant. Und schon nach drei Tagen scheint es völlig normal, dass der 1. Platz der Millville Senior High Marching Band mit einem „Wir sind Erster geworden“, stolz kommentiert wird. Kein einziger Schüler hatte eine Beschwerde vorzubringen, im Gegenteil: „Alle sind so nett zu uns. Es ist einfach klasse hier!“

Auch der erste „normale“ Schultag sollte wieder ein super Erlebnis werden. Während die meisten an den vier Unterrichtsblöcken ihrer Gastschüler teilnahmen, hatten zwei Bruno-Teams erste Aufträge für das Projekt „Rent a German“. Im Vorfeld hatten sie in der Amerika AG Präsentationen über Deutschland angefertigt und stellten diese nun auf Anfrage Kursen vor. Ein wenig aufgeregt, aber gut vorbereitet, berichteten die Teams über ihre Heimat und stellten immer wieder fest, wie wenig die amerikanischen Schüler von Deutschland wissen. Ob Lage in Europa, große Städte oder Popbands, kaum etwas war bekannt. Denn in den USA steht die USA im Mittelpunkt. So konnten die Brunos viele Informationen weitergeben und vielleicht manch einen Schüler für künftigen Deutschunterricht begeistern. Auf jeden Fall gab es viel Lob für die Vorträge sowohl von Schüler- wie auch von Lehrerseite. „You did a great job!“, war immer wieder zu hören. Auch viele Fragen mussten die Brunos beantworten – von „Can you eat pizza in Germany?“ bis „Is it cold in winter?“ reichte die Bandbreite.

Mittags gab es dann für viele Lunch in der riesigen Kantine. Auf dem Speiseplan: Double-Cheeseburger und Süßkartoffelpommes mit etwas Gemüse. Gesundes Essen ist etwas anderes. Doch trotzdem: „We love America!“

P.S. Und unsere restlichen Koffer sind inzwischen auch eingetroffen. Heute Morgen um 5 Uhr stand ein Bote mit ihnen vor der Tür von Mr Gant.

„„IT’S GREAT TO BE A BOLT““

„It’s great to be a Bolt“

Day 1: Heute startete unser erster Schultag an der Senior Millville High. Alle kamen mehr oder weniger ausgeschlafen mit ihren Partnern in die riesige Schule – 1600 Jugendliche von der 9. bis zur 12. Klassen werden hier unterrichtet. Einige hatten das Glück, im typisch amerikanischen gelben Schulbus gebracht zu werden. Fröhlich betraten die neuen Freunde den Klassenraum von unseren Partnerlehrern Mr Gant und Mrs Bradshaw.

Und dort gab es viel zu entdecken: Jeder Schüler hat hier einen kombinierten Tisch/Stuhl, Lehrer haben eigene zu ihrem Fach dekorierte Räume und am Anfang der Stunde gibt es eine Ansage der Schulleitung aus dem Lautsprecher.

Dann wurde es schlagartig still im Raum. Über den Lautsprecher wurde der Pledge of Allegiance verkündet. Dafür legten alle amerikanischen Schüler die Hand aufs Herz, wandten den Blick zur amerikanischen Flagge und würdigten ihr Heimatland. Das kannten die deutschen Schüler bisher nur aus dem Englischunterricht und erlebten nun, dass diese Zeremonie tatsächlich an amerikanischen Schulen stattfindet.

Anschließend gab es ein gemeinsames Kennlernfrühstück und ein Fotoshooting für Schulausweise. Und dann hieß es „auf in den Unterricht“ gemeinsam mit den Partnern. In den USA ist der Stundenplan jeden Tag gleich und in vier Blöcke eingeteilt. Dadurch haben sie weniger Fächer, aber jeden Tag von 7.30 bis 14.15 Unterricht.

Wer wollte, konnte am Abend ein Footballspiel der Highschool Mannschaft erleben. In dem brandneuen Stadion trafen die Millville Thunderbolts auf das Team einer benachbarten Schule. Was zunächst nach einer kleinen Schulveranstaltung klang, stellte sich als riesiges Event heraus. Allein jede Mannschaft stellte etwa 50 Spieler, dazu Dutzende von Musikern in der Marchingband, kostümierte Fahnenschwinger, tanzende Cheerleader und natürlich Hunderte von Fans. Die Mehrheit war in blau-orange, den Farben der High School, gekleidet. Auf der Tribüne war die Stimmung super, denn unsere Partnerschule gewann haushoch. Auch wenn wir die Regeln des Spiels nicht wirklich verstanden haben, ließen wir uns von der Stimmung begeistern. Und so traf der Slogan der Schule auch auf uns zu: „It’s always a great day to be a Bolt!“

„WELCOME TO THE USA“

Welcome to the USA

„Welcome to the United States of America” – einen wirklich warmen Empfang erlebten wir bei unserer Ankunft in Millville. Mit bunten selbstgestalteten Plakaten begrüßten die amerikanischen Jugendlichen ihre jeweiligen Gäste aus Deutschland. Sofort fanden die Jugendlichen zueinander und gingen voller Vorfreude auf den Austausch in ihre jeweilige Gastfamilie.

Zuvor waren wir laaaange unterwegs – um 5.30 Uhr deutscher Zeit traf das Reiseteam der Bruno am Schwimmhallen-Parkplatz ein. Herr Petersen ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich eine gute Fahrt zu wünschen. Dann ging es während des Sonnenaufgangs im Bus gen Hamburg. Das Einchecken klappte, die Koffer wurden aufgegeben, dann hieß es Warten auf den Flieger nach Frankfurt. Der startete auch pünktlich, doch das Umsteigen in der Mainmetropole gestaltete sich schwierig. Erste Hürde: Alle Passagiere standen bereits mit Sack und Pack im Gang, doch die Treppe zum Aussteigen kam nicht. Dann endlich stürmten wir zu den bereits wartenden Bussen, um zum Gate A 17 gebracht zu werden. Leider (zweite Hürde) war das an einem Ende des riesigen Flughafens, und unser Gate nach Amerika am anderen. Im Laufschritt rannten wir los, denn in 30 min sollten wir schon gen Philadelphia abheben. Doch zuvor galt es die dritte Hürde zu nehmen: Die Sicherheitskontrolle. Die Schlange war zwar nicht lang, doch drei Schülerinnen waren per Zufall für einen umfangreichen Check ausgewählt worden. Also stürmte ein Vorauskommando schon zum Gate. Dort wartete man schon sehnsüchtig auf uns – denn alle anderen Passagiere waren bereits an Bord. Doch die Brunos ließen auf sich warten. Endlich kamen dann alle außer Atem an und wir konnten mit 20 Minuten Verspätung an Bord gehen. Ein bisschen wie VIPs fühlten wir uns als wir durch die Reihen bis zu unseren Plätzen gingen.

Nach neun Stunden Flug, den wir mit Spielen, Filme gucken, Musik hören, lesen und schlafen rumbrachten, dann Landung in Philadelphia. Im Landeanflug war auf allen Gesichtern ein Strahlen zu sehen. Die Aufregung und Freude war riesengroß als uns der Pilot butterweich auf amerikanischer Erde absetzte.

Dann hatten wir Glück – keine lange Schlange am Immigration Office. Wir Lehrkräfte gingen vor, erklärten, dass wir mit Schülern reisten und prompt gab es nicht die üblichen Einreisefragen, sondern ein freundliches „Guten Abend. Are your students nice?“ Das konnte selbstverständlich mit ja beantwortet werden, und schon war die Einreise kein Problem mehr.

Doch dann leider Pech: Drei Koffer waren in Frankfurt stehengeblieben – wahrscheinlich wegen der Verspätung. Doch schon schnelle zeigte sich hier amerikanische Gastfreundschaft: Schnell wurden die nötigsten Kleidungsstücke und Hygieneartikel besorgt. Jetzt hoffen wir, dass die Koffer am Samstag mit der nächsten Maschine aus Frankfurt mitkommen.

Doch erstmal sind wir gespannt auf den morgigen Tag in der Millville Senior High School.

Guten Morgen in Deutschland, wir gehen jetzt zu Bett (22.19 USA, 4:19 Schleswig).

20.09.23

Bald geht es los!

Der Countdown läuft: Am kommenden Donnerstag startet die Amerika AG ihre erste Reise in die USA. Alle 12 Schülerinnen und Schüler und auch wir Lehrkräfte sind schon sehr aufgeregt. Bei unseren wöchentlichen AG Treffen dreht sich nun alles ums Kofferpacken (wie soll das alles nur reinpassen???), passende Gastgeschenke (lieber einen Schleswig-Kalender oder Lübecker Marzipan oder beides – aber dann geht der Koffer nicht mehr zu!), Anfertigung von Präsentationen für unser Projekt „Rent a German“ (gut zu verpacken, da auf einem USB-Stick 😉) und natürlich Spekulationen, wie es in der Gastfamilie sein wird.

Während der knapp dreiwöchigen Reise werden wir regelmäßig in einem Blog auf unserer Homepage von unserem Amerika-Abenteuer berichten. Wer mag, darf gerne teilhaben. Die Schülerinnen und Schüler werden gemeinsam mit ihren Lehrkräften abwechselnd von spannenden Momenten berichten.

Wir freuen uns schon sehr und sagen Danke für die Unterstützung unserer Sponsoren – dem German-American-Partnership-Programm (GAPP) des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz, dem Rotary Club Schleswig, dem Sportstudio Fit for Life sowie einigen privaten Spendern.

Gwendolin Jung und Julia Winterscheidt (Leitung der Amerika AG)